Kunstrasen

Hintergrund

Kunstrasen

Kunstrasen wird aus synthetischen Fasern hergestellt. Das Ziel ist es, Grasflächen zu erzeugen, die von ihren Eigenschaften her dem Naturrasen entsprechen. Der erste brauchbare Kunstrasen wurde Anfang der 1960er durch ein Forscherteam der Textilhochschule der North Carolina State University angefertigt. Nachdem im Jahre 1965 im amerikanischen Astrodome-Stadion Kunstrasen verlegt wurde, erlangten die synthetischen Spielflächen im amerikanischen Profi-Baseball binnen kurzer Zeit einen großen Beliebtheitsgrad. Noch im selben Jahr startete auch das AFL-Profiteam der Houston Oilers auf dem 125 000 Quadratmeter großen abnehmbaren Astro Turf-Kunstrasen des Astrodome in die Footballsaison. Im Jahr darauf wurde das Stadion der Indiana State University in der Stadt Terre Haute des amerikanischen Bundesstaates Indiana als erste Außenanlage mit dem Astro Turf-Kunstrasen ausgestattet. Vor allem die Kunstrasenfläche im Astrodome zog das Interesse der Medien auf sich. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff „Astro Turf“ (die gängige amerikanische Bezeichnung für das Wort „Kunstrasen“), der auf das Stadion und das lokale Baseballteam, die Houston Astros, zurückzuführen ist.

Kunstrasen Marke „Astro Turf“

Das im Astrodome installierte Kunstrasenprodukt trug eigentlich die Bezeichnung „Chemgrass“. Als sich der Begriff „Astro Turf“ als Name für die neue Spielfläche verbreitete, wurde dem Hersteller sehr schnell bewusst, dass dies der neue Markenname werden musste. Heute wissen viele Menschen in Amerika gar nicht mehr, dass es sich hierbei um einen Markennamen handelt, weil man dort alle Kunstrasenprodukte als „Astro Turf“ bezeichnet. Ähnliche Fälle gibt es auch in anderen Industriezweigen, in denen Markennamen in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen sind. Beispiele hierfür sind die Wörter „Tempo®“, „Tesafilm®“ oder „Frisbee®“.

Kunstrasen im Sport

Der Kunstrasen hat die Welt des Sports verändert. Schon kurz nach der explosionsartigen medialen Verbreitung des Astro Turf, der sich im Astrodome der amerikanischen Stadt Houston befand, nutzten auch andere Mannschaften den neuen Kunstrasen als Baseball-, Feldhockey-, American Football- und Fußball-Spielfläche.

Der erste Fußballverein eines Verbandes, der eine Kunstrasenanlage einsetzte, waren 1981 die Queens Park Rangers aus der englischen Liga. Ihnen folgten mehrere andere Vereine, die ebenfalls die Vorteile der neuen Oberfläche kennen und schätzen lernten. Hierzu gehörten vor allem die geringen Pflegekosten und die Möglichkeit, Spiele bei Temperaturen unter Null Grad auszutragen, ohne dass der Boden gefror. Leider wurde der Kunstrasen 1988 durch den englischen Fußballverband verboten, da er im Vergleich zum Naturrasen als eindeutig minderwertige Spielfläche eingeschätzt wurde. Das Sprung- und Rollverhalten des Balls war nicht so, wie es die Spieler gewohnt waren. Außerdem führte die härtere Oberfläche dazu, dass die Zahl der Verletzungen stieg. Auch viele Sportprofis in den Vereinigten Staaten hatten eine Abneigung gegen Kunstrasen. So erklärt sich auch das im angloamerikanischen Sprachraum berühmte Zitat des amerikanischen Baseballspielers Dick Allen: „Wenn’s die Pferde nicht fressen, will ich nicht drauf spielen.“

Kunstrasen der dritten Generation

In den vergangenen Jahren hat sich der Kunstrasen entscheidend weiterentwickelt. Der heutige Kunstrasen der dritten Generation stellt eine hochwertige Spielfläche dar. Der Rasen ist zur Unterstützung der Grasfasern mit Sand oder Gummigranulat verfüllt. Hierdurch werden die Eigenschaften des Naturrasens imitiert, damit sich der Ball natürlich bewegen kann. Die Verfüllung verbessert außerdem die stoßdämpfenden Eigenschaften, die beispielsweise bei Stürzen zum Tragen kommen. Manche Versionen des Kunstrasens der dritten Generation sind sogar weicher als Naturrasen. Auch der unangenehme Effekt sich erhitzender Fußsohlen, der beim alten Astro Turf noch bestand, wurde mit der Entwicklung den neuen Produkte beseitigt: Die langen Grashalme, aus dem der Kunstrasen der dritten Generation besteht, sind nämlich mit Silikon beschichtet, wodurch die Reibung minimiert wird.

Angesichts der neuen Qualitäten des Kunstrasens der dritten Generation von der erhöhten Leistungsfähigkeit über das natürliche Spielgefühl bis hin zum gesenkten Verletzungsrisiko ist es nur allzu verständlich, dass die Welt des Sports sich wieder mit großem Interesse dem Kunstrasen zuwendet. Viele renommierte Teams verlassen sich inzwischen auf die Kunstrasenprodukte der Firma GreenFields als Spielfläche der ersten Wahl.